Bei der Sozialwahl stellen Organisationen, wie zum Beispiel Gewerkschaften und andere Arbeitnehmervereinigungen mit sozial- und berufspolitischen Zielen, ihre Kandidaten in Listen auf. Die Wahlberechtigten geben dann ihre Stimme für eine dieser Listen ab. Daher ist die Sozialwahl eine Listenwahl und keine Personenwahl wie etwa die Wahl der Direktkandidaten im Deutschen Bundestag. Je mehr Stimmen eine Liste bei der Wahl erhält, desto mehr Sitze kann sie in den Parlamenten (Vertreterversammlung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Deutschen Rentenversicherung Saarland, Verwaltungsrat bei den Ersatzkassen) mit ihren Kandidaten besetzen. Listen aufstellen können Arbeitnehmervereinigungen (z. B. Gewerkschaften), die sozial- und berufspolitische Ziele vertreten. Außerdem können auch Versicherte eigene Freie Listen aufstellen, wenn sie die dafür notwendige Zahl an Unterstützern unter den Versicherten nachweisen können.

Listen können eine Listenverbindung eingehen. Dadurch bleiben sie selbstständig, werden aber bei der Stimmenauszählung rechnerisch wie eine einzige Liste behandelt. Die Listen senken damit ihr Risiko, unter die 5% Sperrklausel zu fallen und nicht im Parlament vertreten zu sein. Die Erklärung zur Listenverbindung muss spätestens in der Sitzung des Wahlausschusses vorliegen, in der über die Zulassung der Vorschlagslisten entschieden wird.